Ouattara will Gbagbo militärisch vertreiben

Tue, Apr 5, 2011

In der Elfenbeinküste spitzt sich die Lage weiter zu. Seit Tagen tobt die Entscheidungsschlacht um die Macht in dem Land. Ouattara, legitimer Präsident der Elfenbeinküste, möchte seinen Rivalen Gbagbo militärisch zur Machtabgabe bewegen. Lange handelte es sich bei der Elfenbeinküste um eines der reichsten und ruhigsten Länder Westafrikas. Nun tobt in den Regionen des Staats jedoch der Bürgerkrieg.

Seit Jahren profitiert die präsidiale Republik von dem Reichtum an Kakao und Kaffee. Der anhaltende Bürgerkrieg nimmt jedoch zunehmend Einfluss auf die wichtigen Ressourcen der Elfenbeinküste. Die Kämpfer von Alassane Ouattara haben Berichten zufolge eine Großoffensive gegen die Millionen-Metropole Abidjan gestartet. Sie ist sowohl das wirtschaftliche als auch das politische Zentrum des Staates und liegt im Süden der Elfenbeinküste. In den vergangenen Wochen haben Ouattaras Kämpfer ihren Vormarsch durch das Land erfolgreich fortsetzen können.

Das Ziel der Truppen von Ouattara ist es, Laurent Gbagbo, der noch immer an der Macht in der Elfenbeinküste festhält, zur Aufgabe zu bewegen. Ouattara hat Gbagbo bei den Stichwahlen um das Präsidentenamt deutlich schlagen können. Mehrfach haben internationale Organisationen in den letzten Tagen von Massenmorden berichtet, die vor allem im Westen des Landes stattgefunden haben sollen.

Bei den Massenmorden sollen mehr als 1000 Menschen getötet worden sein. Von den rivalisierenden Lagern wurden die stattfindenden Massaker offenbar mit weiteren vergolten. Wie Hilfsorganisationen zuletzt berichteten, befinden sich rund eine Million Menschen auf der Flucht vor der Gewalt. Ziel der Präsidentschaftswahl war es, dem Land Frieden zu bringen. Jahrelang litt die Elfenbeinküste unter den chaotischen Umständen des Bürgerkriegs und der faktischen Teilung.

Während die erste Wahlrunde am 31. Oktober noch vergleichsweise ruhig lief, kam es bei der Stichwahl Ende November zu Spannungen zwischen den langjährigen Rivalen. Ouattara wurde am 2. Dezember von der Wahlkommission der Elfenbeinküste zum Sieger der Abstimmung ernannt. Von Seiten der UN wurde das Wahlergebnis bestätigt.